19.Deaflympics 2001
Wie alle 4 Jahren fand die 19. Deaflympics vom 22.Juli bis 1. August 2001 in Rom statt. Der Name, Weltspiele der Gehörlosen, wurde vom Weltverband des Gehörlosensports, CISS. aufgrund größerer Öffentlichwirksamkeit und größere Beachtung bei möglichen Sponsoren geändert. Am Abend des 22. Juli 2001 fand im Stadion Olympico Rom die Eröffnungsfeier der 19. Deaflympics statt. Mit der Zeitverzögerung bis gegen 21:00 Uhr marschierten vier römische „Gladiatoren“ in Begleitung des Deaflympics Maskottchens „Meo“-Tiger ein. Die 4000 weltbesten gehörlosen Athleten und 1500 Offizielle aus 75 Nationen treffen dort in 18 verschiedenen Sportarten aufeinander. Davon nahmen 258 deutsche Personen (ihre bisher größte Mannschaft) teil. „Die Spiele sind eröffnet...“, sprach der CISS-Präsident John M. Lovett. Die Eröffnungsansprachen wurden gleichzeitig von 10 Gebärdensprach-Dolmetscherinnen übertragen. Wir, Volleyball-Damen, landeten schon 5 Tage zuvor in der Ewige Stadt `Rom´. Das Wetter war bis zu 35°Grad heiß. Wir mussten jeden Tag bis zu 6 Liter Wasser trinken, weil wir beim Training und während der Wettkämpfe viel geschwitzt haben. Zu den Deaflympics haben sich im Vorfeld 12 Mannschaften qualifiziert, wobei die niederländische Mannschaft ihre Teilnahme kurzfristig zurückgezogen hat. Also wurden 11 Mannschaften in 2 Gruppen aufgeteilt. Bei der Auslosung im Frühjahr 2001 hatten wir das Pechlos gezogen und mussten in der sogenannte „Todesgruppe“ spielen. Unsere Gegner sollten sein: Ex-Weltmeister Russland, die Favoriten USA und Japan, Israel und Usbekistan. Beim erste Gruppenspiel gegen den Neuling Usbekistan hatten wir von Anfang an große Mühe. Jedoch gewannen wir 3:1. Susanne Fabricius spielte zum ersten Mal als Libera bei den Deaflympics. Diese Position wurde erst vor kurzem beim Volleyball eingeführt. Am nächsten Tag traten wir den EX-Weltmeister Russland mit hohe Motivation an. Aber leider verloren wir aufgrund vieler Fehler 0:3. Dagegen spielte unsere Spielführerin Bettina Steup-Bauer trotz ihrer Knieverletzung eine hervorragende Leistung. Im nächsten Spiel gegen Israel gewannen wir jedoch überlegen mit 3:0. Zuspielerin Britta Rothe zeigte das ganze Spiel über eine solide Leistung. Auch die Auswechselspielerin Vera Dreher konnte überzeugen. Nach unserer Niederlage gegen Russland war uns bewusst, dass die nächsten Spiele gegen die Spielerinnen aus Fernost und den Favoriten aus den USA sehr schwer würden. Unser Spiel gegen Japan begann sehr spannend. Die beide ersten Sätze gewannen die Japanerinnen. Doch im 3. Satz gelang uns ein Satzgewinn und gab es neuen Mut. Leider ließen die Gegnerinnen aus dem Land der aufgehenden Sonne uns keine Chance und holten mit dem vierten Satz den Sieg. Jedoch fehlte wie in anderen Spiele die Entschlossenheit und Verantwortung zu tragen. Das Spiel gegen die US-Girls haben wir leider auch mit 3:0 verloren. Später sagte der Trainer des US-Teams, dass dieses Spiel das beste von allen gewesen sei und die Amerikanerinnen schon vor Spielbeginn großen Respekt vor uns hatten. Die US-Spielerinnen studieren alle an der Gehörlosen Universität (Gaullaudet) in Washington D.C. und spielen regelmäßig gegen andere Colleges und Highschools. Unsere deutsche Mannschaft trifft sich hingegen 3x im Jahr zu einem Lehrgang am Wochenende. Im Spiel um Platz 7 zeigte sich die deutsche Dame wieder einmal von den guten Seiten. Sie gewannen gegen Argentinien mit 3:0. Das Endspiel beschritt USA gegen Japan, wobei die abwehrstarke Japanerinnen überraschend und auch verdient Weltmeister wurde. Ein 5 Satz Krimi.
Chaos in ROM:
Kurzfristig geänderte Austragungsorte, falsche Trainingszeiten, ein schlecht organisierter Transportdienst, ständig verschobene Besprechungstermine, widersprüchliche Informationen, mangelnden Ergebnisdienst, das alles gehörte zum Alltag am Anfang der Spiele. Nach und nach besserte sich aber der Zustand, doch der Eindruck schlechter Organisation blieb bei allen Teilnehmern haften. Doch es soll kein Bericht des Jammerns werden, denn für die Athletinnen und Athleten des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes wurden die 19. Deaflympics zu einem vollen Erfolg. Insgesamt 13 Gold-, 21 Silber- und 13 Bronzemedaillen (in Kopenhagen 9/19/21) konnten mit nach Hause genommen werden.









